Freitag, 14. September 2007

E-Mail von der US-Embassy in Panama, soeben erhalten:

Dear Ms. Stadelmann,

Thank you for contacting us!
We were closed during these days due to move to our new location in Clayton, building #783 and your e-mail was read today.
We are forwarding your e-mail to our Visas Unit at Panama-Visas@state.gov The Visas Unit will reply to your inquiry.

Regards,
TE

American Citizens Services Unit
Unidad de Asistencia a Ciudadanos Estadounidenses
Consular Section / Sección Consular
U.S. Embassy Panama / Embajada de los Estados Unidos de América en Panamá

e-mail: Panama-ACS@state.gov Tel: (507) 207-7000 / 207-7030
http://panama.usembassy.gov Fax: (507) 207-7303


Cool, die antworten heute, dass sie meine Mail an die bearbeitende Visa-Stelle weiterleiten, obgleich ich doch schrieb:

>>My Flight back to Germany goes on Sunday, September 9th, from San Jose, Costa Rica, via MIAMI. So I need a Visa for the US VERY URGENTLY.
>>

Dienstag, 11. September 2007

Adios, America

Gerade ist der Tag hier in San Jose angebrochen, und - man glaubt es kaum - die Sonne scheint! Die Hauptstadt von Costa Rica haben wir bisher als verregnet und kalt erlebt, und waren gestern ganz schoen verfroren, als wir am Abend von unserem dreitaegigen Karibik-Trip hier wieder ankamen.

In Puerto Viejo war es wunderschoen, kein Vergleich zu Cahuita! Wir bewohnten eine sehr gemueltiche Unterkunft mit Haengematte vor der Tuer und genossen den laessigen karibischen Lifestyle.

Gestern lagen wir bis kurz vor der Abfahrt im seichten Wasser herum und haben nun krebsrote Gesichter.

Jule und ich fahren hier in drei Stunden los, richtung nach Hause. Es folgen lange Stunden im Flugzeug. Wir sind schon wieder heiss auf die Flight Entertainment Devices!

Drueckt die Daumen, dass die Amis keinen Stress machen wegen meines gestohlenen Passes. ich moechte nicht auf Cuba landen, in einem orangefarbenen Anzug! Da verzichte ich doch gerne auf das karibische Wetter.

Montag, 10. September 2007

Deutsche Biere im Red Cat

Hola Companeras y Companeros,

wir haben alles verloren, jedoch nicht uns (und ihr seid hoffentlich auch alle wohlauf)! Das wollen wir feiern! Jule und ich kommen am Mittwochabend, dem 12. September, von unserer Mittelamerika-Reise zurueck und freuen uns auf ein paar deutsche Biere im Red Cat! Wenn ihr diese mit uns trinken moechtet, kommt doch auch, mit allen Euren Partnern/Freunden/Kollegen. Wir werfen mit unseren restlichen Dollarnoten um uns!

So ab 21 Uhr.

Sollte das Red Cat zuhaben oder so, meldet Euch per E-Mail. Per Handy bin ich nicht zu erreichen (geklaut).

Uhrzeit ist variabel, denn Ankunftszeit vom Amsterdamer Flughafen unklar (weil Zugtickets geklaut).

Bitte bringt eine Kamera mit, denn meine ist - ratet mal - geklaut.

Wir freuen uns soooo auf Euch!
Viele liebe Gruesse von zwei sonnenverwoehnten, in der Karibik sich aalenden
Jules und Annas

Samstag, 8. September 2007

mission complete

Gestern nachmittag sind wir in san Jose angekommen, nachdem wir 15 Stunden im Bus sassen und 2 Stunden an der Grenze. San Jose ist das Eldorado fuer US-Visa! Hier kann man hinkommen und kriegt sofort einen Termin, und so habe auch ich gerade mein Visum fuer die USA erhalten!!! Ich verliess mich jedoch nicht auf den Minirock, sondern erzaehlte eine Mini-Luege. So kamen wir an fast allen Schlangen vorbei, die sichrundherum in der Botschaft aufreihten. Man musste sich in eine Schlange stellen, um ins Gebaeude zu kommen, man musste sich aufreihen, um seine Sachen durchleuchten zu lassen, um Passfotos zu machen, um die 100 Dollar einzuzahlen, um einen Stempel zu bekommen, um einen Stempel zu bekommen, um Fingerprints zu machen, um Bewerbungsgespraeche zu fuehren, um wieder Stempel zu bekommen, und nicht zuletzt, um einen Stempel zu bekommen.

Um den Pass lezten Endes zu erhalten, musste man 5 Stunden warten. Zeit genug fuer die Companeras, um sechs Paar Schuhe zu kaufen und ein paar Utensilien fuer den STRANDURLAUB!!! Morgen um 6 Uhr gehts los, richtung Karibik ...

Mittwoch, 5. September 2007

Mainzer Amtsschimmel

Gerade eben habe ich mit der Stadtverwaltung in Mainz telefoniert. Es geht darum, dass ich meinen vorlaeufigen Reisepass von der hiesigen Botschaft erst dann bekomme, wenn das OK per Mail aus Mainz (urspruenglich Freiburg) kommt. Darauf warten wir nun seit Montag.

Telefonat mit der Stadt Mainz

Anna: Hallo, ich rufe aus Panama City an. Kann seit 1 Woche das Land nicht verlassen. Brauche dringend ihre Bestaetigungsmail. Haben sie die Nachricht aus Freiburg bekommen?
Beamtin: Ja, da ist gestern abend ein Fax reingekommen.
Anna: Gestern abend?
Beamtin: Ja, als ich um 16 Uhr gehen wollte, entdeckte ich das Fax aus Freiburg.
Anna: Gestern ABEND? 16 Uhr??? Ich bin hier gerade in einem Telefonladen downtown, und vor der Tuer finden Schiessereien statt. Ich muss raus aus der Stadt!
Beamtin: Was denken Sie denn? Wir muessen auch mal Feierabend machen! 38,5 Stunden sind genug (das hat sie wirklich gesagt!!!!!!!!!!!!!!!!!)
Anna: Wann schicken Sie denn nun die Mail an die Botschaft? (btw: es handelt sich um einen einzigen Satz)
Beamtin: Das macht die zustaendige Sachbearbeiterin fuer den Buchstaben S. Aber die komm erst morgen wieder.

... to be continued ...

So kann ich mich nur meinem Papa anschliessen, der uns lehrte: In deutschen Buergeraemtern geht es nicht anders zu als auf panamaischen Polizeistationen!

Dienstag, 4. September 2007

Mein Lauf durch die Institutionen

Heute morgen in aller Fruehe begann mein Lauf durch die Institutionen. Es ging zur deutschen Botschaft, mit einem schweren Kopf und mueden Augen (mal wieder der leckere Rum, diesmal haben wir ihn zusammen mit Ruths alten Schulkameraden Richie und Nicki auf der Dachterrasse unseres Hostels genossen. Danach haben wir im hiesigen Edel-Casino Roulette gespielt und sogar was gewonnen).

In der Botschaft begruesste mich ein vertrauensvoll laechelndes Konterfei von Horst Koehler, und sofort ueberkam mich ein wohliger Schauer deutscher Zuverlaessigkeit! Tatsaechlich, die liebe Botschafterin kuemmerte sich sofort und sehr liebevoll um mich. Sie selbst hat 10 jahre in Freiburg studiert und gearbeitet! Sie schrieb eine E-Mail in meine Heimatstadt, wo mein gestohlener Pass ausgestellt wurde. Wenn die Freiburger schnell antworten, kann ich den Pass morgen schon abholen. Ich denke jetzt einfach mal positiv, nach all dem Pech!Nachdem ich dann zweimal beim Fotografen gewesen war, um endlich korrekte Passbilder liefern zu koennen, ging ich Aufgabe Nummer Zwei an:

Das Visum fuer die USA.


Weil unser Rueckflug ueber Miami geht und man (mit einem vorlaeufigen Reisepass) ein Visum fuer die USA vorweisen muss, begab ich mich zunaechst zur Bank, wo ich der amerikanischen Botschaft 100 Dollar ueberwies. Die deutsche Botschafterin hatte mich schon gewarnt, dass die Amis ziemlich widerwillig Visa ausstellen (wen wunderts). Nun aber kam erschwerend hinzu, dass die amerikanische Botschaft just in dieser Woche von einem Gebaeude in ein anderes umzieht und momentan GESCHLOSSEN ist. Der naechste Termin sei erst am 25. September frei. Man riet mir, eine E-Mail mit dem Betreff "Urgent" an eine aeusserst ominoese .gov-Adresse zu senden. Das war mir dann etwas zu unsicher :-/ angesichts der Tatsache, dass ich in einer Woche im Flugzeug sitzen moechte :-// Also nahmen wir uns ein Taxi und fuhren zu der riesigen Baustelle, wo die Botschaft ansaessig sein sollte. Vor dem Sicherhietstor trafen wir gluecklicherweise auf einen US-Funkionaer in seinem dicken Auto. Er hatte die Handynummer vom Botschafter. Umgehend hatte ich den Botschafter an der Strippe. Er meinte, man sitze momentan zwischen Umzugskisten, alle Formulare seien verpackt, alle Verbindungen gekappt. Ich solle mir bei der Bank meine Visagebuehren zurueckholen und mein Glueck in Costa Rica versuchen!!! Wahrscheinlich hat er gerade keinen Bock auf die doofen Germans gehabt. Unser Taxifahrer war zutiefst beeindruckt ob der Begegung mit dem amerikanischen Funktionaer und schuettelte ihm fest die Hand. Auf der Rueckfahrt konnte er nicht aufhoeren zu unterstreichen, welch einen wichtigen Menschen er gerade getroffen habe.

Unser Plan ist nun, dass wir, sobald ich meinen Passersatz in den Haenden halte, nach San Jose fahren, von wo aus unser Rueckflug geht. Dort werde ich meinen Minirock anziehen und auf der dortigen US-Botschaft um Gnade bitten.

Dich, Ruth, soll ich herzlich von Richard und Nikolas gruessen! Die beiden sind vor zwei Tagen bei uns eingezogen und haben neun Wochen Mittelamerika hinter sich.
Heute wurde hier in Panama City ein grosses Fest gefeiert, anlaesslich der Erweiterung des Panamakanals. Habe gerade im deutschen Webradio gehoert, dass dieses Ereignis sogar Eingang in die deutschen Nachrichten gefunden hat :-)

Montag, 3. September 2007

sababa!

Nachdem neben unseren alten Bekannten noch fuenf weitere Israelis in unserem kleinen Hostel eingetroffen sind verbessern sich unsere Hebraeischkenntnisse zusehends. Neben der Kenntnis ueber die Bedeutung des Wortes Schluck (= Schluck) kann es sicherlich auch nicht schaden die hebraeischen Woerter Schnitzel, Spachtel und Wischer (= Schnitzel, Spachtel, Wischer) zu kennen und zu wissen was ein Schmock ist.

Unseren kleinen Zwangsurlaub in Panama-City nutzen wir fuer den Versuch unser Reisebudget im Casino aufzubessern und um mal so richtig auszuspannen. Das faellt uns in der familiaeren Atmosphaere unseres Hostels auch nicht schwer. Wohnzimmer mit TV und DVD-Player, die riesige Terrasse, nette Leute und Lees Pfannkuchen sorgen dafuer dass wir uns wie zu Hause fuehlen.

Sonntag, 2. September 2007

Ihr wollt meine Tasche? Ihr kriegt meine Tasche!

Gestern abend sollte es eigentlich losgehen: Das letzte Drittel unserer Reise wollten Jule und ich wieder in Costa Rica verbringen, denn von dort aus fliegen wir auch wieder zurueck.

In einem Restaurant im Busterminal von Panama City, in dem wir sassen und auf den Bus warteten, wurde meine Tasche geklaut. Ausser meiner Kamera, meinem Handy und 300 Dollar in Reiseschecks war darin auch mein Reisepass. Das war echt fahrlaessig. Nun haben die Gauner von Panama City also doch bekommen, was sie wollten!

Wir gingen zur Polizeistation, die innerhalb des grossen Busterminals liegt. Dort hingen einige Polizisten herum, die sich nicht fuer uns interessierten, deshalb eilte ich zum naechsten Telefonshop, um die Handykarte zu sperren, und um meine Schecks als gestohlen zu melden. In der Zwischenzeit versuchte Jule, die Polizisten zum Handeln zu bewegen. Denn man braucht eine polizeiliche Anzeige, um auf der Botschaft neue Reisedokumente zu bekommen. Doch lediglich die beiden Gefangenen, die mit Handschellen an den Metallbaenken in Schach gehalten wurden, waren zur Kommunikation bereit: Sie warfen Jule Geldstuecke zu, und baten sie, ihnen etwas zu Essen zu besorgen.

Irgendwann erschienen dann die Chefs der Polizeistation. Sie nahmen uns mit zur grossen Polizeiwache in einer der Vororte, wo wir eigentlich die Anzeige aufnehmen wollten. Aber der Sergeant beschloss, das ganze auf morgen (also heute) zu verschieben, weil es schon spaet am Abend war. Heute morgen dann wurden wir erneut zu der Station gebracht. Mit Hilfe eines Uebersetzers formulierten wir den Tathergang und nannten die Gegenstaende, die in der Tasche waren. Der Detective liess keine Chance auf einen Flirt aus und bot uns an, gemeinsam ein paar Tage in seiner Heimatstadt zu verbringen. Er sei zudem ein guter Taenzer.

Nun habe ich endlich den "Report": Die Anzeige, mittels derer ich hoffentlich meinen Reisepass ersetzt bekomme. Am Montag werden wir zur deutschen Botschaft gehen. Bitte drueckt uns die Daumen, dass a) die Botschaft aufhat, denn am Montag findet ein grosses Kanalfest statt und viele Laeden haben zu. Und dass b) ich mit dem Ersatzdokument nach Costa Rica reisen kann. Denn wir haben von einem Reisekollegen erfahren, dass man nur noch ins Heimatland darf, und nicht in andere Laender, wenn man das Originaldokument verloren hat. Das wuerde fuer mich bedeuten, dass ich meinen Flug ab San Jose nicht antreten kann. Aber das sind ja nur Spekulationen.

Jule und Anna gruessen aus Panama!

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